Ich habe jetzt ueber ein Jahrzehnt beruflich im Computer Bizz hinter mir, da ist so die eine oder andere Weisheit haengen geblieben, die ich in Zukunft in dieser Rubrik mit euch teilen moechte. Den Anfang macht heute eine Weisheit, die mir bei einem der letzten Projekte aus dem Bereich der Computerspiele zugeflogen ist, die einfach haengen geblieben ist.
Wer sich ein bisschen mit der Materie auskennt weiss, dass Computer- und Videospiele-Entwicklung ein Knochenjob ist, der mehr was fuer voellige Programmierfreaks und Idealisten ist, die auch vor dem Bildschirm braun werden, als fuer (normalsterbliche) Programmierer und Leute, die mit Computern wirklich Geld verdienen wollen. Wie dem auch sei, in dem Bizz trifft man allerhand Leute und man muss schon Glueck haben, bei der handvoll Klitschen, die es in Deutschland gibt, bei einer zu landen, wo wirklich was geht und nicht nur Geld verbrannt wird. Bei den Leuten, die man da so trifft sind bestimmt 90% Traeumer/Spinner, die von Erfolgen wie in den USA traeumen und daran auch Felsenfest glauben, obwohl ‘ihre’ Idee so dermassen hirnverbrannt ist, dass jeder halbwegs normale Mensch sofort erkennt, dass sie zum scheitern verurteilt ist.
Auf jeden Fall trifft man in dem Business von dann zu dann auch mal ein paar pfiffige Kerlchen, die auch international an diversen Projekten beteiligt waren und dort wohl einiges gelernt haben, was der deutsche Entwickler sein leben lang nicht lernt. Von so einem stammt diese Weisheit die besagt:
Es ist egal um wieviele Monate sich ein Projekt verzoegert, am Ende wird man nur am Resultat gemessen.
Was koennt ihr jetzt fuer eurer Business/eure Selbststaendigkeit daraus lernen? Einfach mal Maerz, April oder Mai sein lassen und dafuer Arbeit abliefern, die der Kunde nicht an jeder Ecke bekommt. Wen interessiert Termintreue, wenn das Resultat Muell ist ? Am Ende will der Kunde, dass seine Anwendung (das Aufgetragene) zu seiner vollen Zufriedenheit funktioniert. Je kreativer und eventuell neuer eine Aufgabe, umso schwieriger ist sie im Aufwand zu schaetzen. Je mehr Kreativitaet bei der Umsetzung gefragt ist, umso kreativer muss auch der Umsetzer/Programmierer sein und einhergehend damit, umso chaotischer. Als Auftraggeber muss man sich in dem Fall wohl die Frage stellen, lieber spiessigen Klapperkram ohne pfiffige Ideen um 8 Uhr morgens bei Deadline auf dem Schreibtisch, oder ein innovatives Produkt bei dem die Konkurrenz des Auftraggebers mit den Ohren schlackert. Waere ich Auftraggeber, ich wuerde letzteres waehlen.
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